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Mittwoch, 27. November 2013

Die Weihnachtsgeschichte zum Vorlesen – vom Esel erzählt

Hier auf diesem Blog gibt es zum Vor- und Selberlesen die unterschiedlichsten Geschichten. Zur Weihnachtszeit habe ich mich ein wenig näher mit der Weihnachtsgeschichte beschäftigt. Dabei hat mich der Esel ganz besonders interessiert. Der Esel stand nicht einfach nur an der Krippe, als Jesus geboren wurde. Der Esel war von Anfang an dabei, schon als Maria und Josef noch in Nazareth wohnten.

Der Esel erzählt die Weihnachtsgeschichte: Eine tierische Weihnachtsgeschichte für Kinder

Da der Esel eine so zentrale Rolle spielt und hautnah am Geschehen war, habe ich die Geschichte aus dem Blickwinkel des Esels aufgeschrieben.
Sie steht allerdings nicht hier auf dem Blog. Stattdessen ist sie im Buchhandel und auch bei Amazon als E-Book erhältlich.
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Die Geschichte ist bei allen gängigen Buchhändlern erhältlich.


Wenn der Esel die Weihnachtsgeschichte erzählt, hören Kinder begeistert zu

Kinder lieben Tiere. Lesen Sie Ihrem Kind die Weihnachtsgeschichte, die vom Esel erzählt wird, vor. So bringen Sie Ihr Kind wieder zum Zuhören. Vor allem für diejenigen, die meinen die Weihnachtsgeschichte zu kennen, ist es besonders interessant, die Geschichte ganz anders zu hören.

Aber auch für diejenigen, die gar nichts über die Weihnachtsgeschichte wissen, ist es hochinteressant, wenn der Esel die Weihnachtsgeschichte erzählt. Viel Spaß dabei!

Freitag, 17. August 2012

Der Jammerlappen


Jan ist ein süßes Kleinkind mit Pausbäckchen, Grübchen in den Wangen und einem dreieckigen Kinn. Mit seinen knuffigen Patschhändchen langt er nach seiner Tasse. Er verfehlt sie knapp, der Plastikbecher rutscht von der Kante und das Wasser ergießt sich über Jan. Der kleine Kerl erschrickt, schnappt nach Luft und fängt sofort empört das Schreien an.
Die Mama rennt herbei, nimmt ihr Baby auf und tröstet es. „Ist nicht schlimm, ist ja nur Wasser!“

Doch Jan findet es schlimm. „Wasser böse!“, protestiert er lautstark. „Nein“, widerspricht die Mama. „Das Wasser ist nicht böse. Du hast die Tasse umgestoßen. Aber es ist ja nichts passiert.“

Allmählich beruhigt sich Jan wieder. Die Mama setzt ihn auf den Boden. Dort robbt er zu seiner Spielkiste. Bevor er nach seinem Lieblingsspielzeug greifen kann, rutscht er aus und schlägt mit dem Kopf auf die Kante der Spielkiste. Noch ehe Jan begreift was passiert ist, läuft eine klebrige, rote Flüssigkeit über seine Stirn in seine Augen. Zur Vorsicht brüllt Jan aus Leibeskräften. Er kennt das ja nicht. Der Schmerz wäre noch zu ertragen, aber dieses rote Zeugs soll sofort verschwinden.

Besorgt kommt die Mama an. Sie hat einen nassen Waschlappen dabei und tupft ihm vorsichtig die rote Flüssigkeit aus dem Gesicht. Dann legt sie ihm einen anderen Waschlappen auf die Stirn. „Damit du keine Beule bekommst“, erklärt sie ihm.

Aber Jan hört sie kaum, denn er ist immer noch mit Schreien beschäftigt. Nach einer Weile wird das langweilig und er hört damit auf.
Zeit wieder auf Erkundungstour zu gehen. Diesmal entschließt er sich, ein paar Schritte zu laufen. Das hat er gerade erst gelernt. Deshalb probiert er es wieder.  Er hält sich am Tisch fest und läuft darum herum. Das macht Spaß. Er läuft wieder herum und noch einmal. Dann wird er langsam mutig. Er lässt den Tisch los und tappst auf unsicheren Beinchen durch das Zimmer. Ein Schritt, noch einer und noch einer. Dann plumps, sitzt er auf seinem Hintern. Das dicke Windelpaket sorgt dafür, dass er weich fällt. Trotzdem fängt Jan an zu schreien, als wäre er aus zehn Metern Höhe auf hartes Pflaster gefallen. Diesmal tröstet ihn die Mutter nicht. „Stell dich nicht so an.“, meint sie nur. „Wer fällt, muss auch wieder aufstehen!“

Für Jan ist das ein Grund noch mehr zu schreien. Er schreit und schreit. Dabei bleibt er auf dem Boden liegen. Aufstehen will er auch nicht. Er schreit solange bis er eingeschlafen ist.  

Im Traum steht auf einmal eine Puppe vor ihm, die ein Kleid aus lauter Lappen trägt. „Wer bist du denn?“, fragt Jan verwundert. „Ich bin der Jammerlappen“, antwortet die Puppe.
„Komischer Name“, sagt Jan und reibt mürrisch seine Nase, die ihm jetzt weh tut, weil er darauf liegt. Er schaut sich die Puppe genauer an. Sie hat ein wirklich sonderbares Kleid an. So ein Kleid hat Jan noch nie gesehen. Die einzelnen Teile sehen aus wie Spüllappen. Solche Lappen kennt Jan schon, weil die Mama sie zum Spülen verwendet. „Ja schau mich nur an“, sagt der Jammerlappen. „Immer wenn du jammerst und schreist, bekomme ich einen neuen Lappen. Aber der ist nicht schön, sondern nass und voller Tränen.“ „Wieso denn das?“, wunderte sich Jan. „Na, einer muss doch deine Tränen aufsaugen, sonst sind die überall und irgendjemand könnte in den Pfützen ausrutschen.“ Das leuchtete Jan ein. „Ach so.“, sagte er bloß. „Du schaust wirklich komisch aus.“, stellte Jan fest.

 „Dann tu was dagegen.“, forderte ihn der Jammerlappen auf. „Aber was?“, Jan fing an zu heulen. „Ich bin doch nur ein kleines Baby, das gar nichts tun kann.“

„Doch“, widerspricht ihm da der Jammerlappen. „Du kannst mit deinem Geschrei aufhören. Schreien nützt niemanden was. Es macht nur traurig. Deshalb sei lieber fröhlich. Dadurch wird mein Kleid wieder schön.“ „Ehrlich?“, wundert sich Jan. „Ehrlich!“, bekräftigt da der Jammerlappen. 

Wenig später wacht Jan auf, seine Puppe hält er im Arm. Das Jammerkleid war verschwunden, stattdessen hat die Puppe ein wunderschönes Kleid an, noch ein wenig nass von Jans Tränen aber trotzdem wunderschön und keinesfalls aus Lumpen. Nein, stellt Jan da fest, einen Jammerlappen braucht wirklich niemand.

Mittwoch, 28. September 2011

Anna und das Nachtgespenst


Eine Gute-Nacht-Geschichte für Kinder:


Anna schaute unter ihr Bett. Nein, stimmt ja gar nicht! Sie wollte unter ihr Bett schauen. Doch vor lauter Angst blieb sie steif unter ihrer Decke liegen, als sei sie mit Superkleber direkt am Spannbettlaken festgeklebt. Sie bibberte und klapperte mit den Zähnen wie im tiefsten Winter, als die Zentralheizung einmal ausgefallen war. Doch jetzt mitten im Hochsommer gab es gar keinen Grund zum Frösteln. Weshalb konnte sie dann ihr Gebiss nicht kontrollieren, sondern schlug andauernd mit den Zähnen aneinander? Es gab einen einfachen Grund dafür, doch den wollte Anna nicht wahrhaben: sie hatte Angst. Aber sie wollte keine Angst haben, nein, nein, sie war ein großes Mädchen. Deshalb wollte sie eigentlich unter ihrem Bett nachschauen… ob sich dort womöglich ein Räuber, oder Schlimmeres versteckt hielt.
Sie hatte beim Zu-Bett-Gehen ein komisches Geräusch gehört. Ein gaaanz komisches. Vielleicht wie… Schritte? Doch Schritte konnten es nicht sein. Das war unmöglich. Niemand konnte unter ihrem Bett herummarschieren. Das sah Anna ein. Vielleicht… Anna stockte der Atem. Jetzt hörte sie es ganz genau: der Räuber hatte sein Messer aus der Scheide gezogen! Sie hörte ein leises, feines Klirren. Das war es also! Das Klirren eines Messers! Wie kam sie dann auf Schritte?? Na ja, … egal. Ein Messer war auch nicht wirklich besser. Der Räuber würde sie erstechen. Und dann in lauter kleine Häppchen schneiden… Iiiih. Ihr war schon schlecht. Einen solchen Gedanken konnte ihr Magen wirklich nicht ertragen! Sie zwang sich etwas anderes zu denken. Ein bärtiges Gesicht mit verwegenem Haarschnitt und Augenklappe zwängte sich vor ihr inneres Auge. Der Räuber! Anna zitterte noch immer! „Mama!“, wollte sie schreien. Doch die Mutter saß unten im Wohnzimmer vor dem Fernseher und sah gerade Aktenzeichen XY. Dadurch fühlte sich Anna auch nicht besser. Mörder gab es wirklich! Nicht nur unter ihrem Bett! Anna schüttelte sich. Die Furcht schnürte ihr den Atem ab. Wiederholte sich das Geräusch? Anna spitzte die Ohren. Aber sie hörte nichts mehr! Wieso sollte sich ein Räuber ausgerechnet unter ihrem Bett verstecken? Und in ihr Zimmer kommen? Bestimmt war es gar kein Räuber – sondern ein Gespenst! Gespenster gingen sogar durch Wände! Sie machten komische Geräusche, wenn es ihnen passte, wie Schritte…, oder Messer wetzen…. Anna konzentrierte sich so stark sie nur konnte. Der Kopf tat ihr schon weh. Da hörte sie es wieder: wie leises Schnarchen… War das Gespenst am Ende eingeschlafen? Wenn das Gespenst schlief, konnte es ihr nichts tun, davon war Anna überzeugt. Langsam fasste sie Mut. Dann werde ich gaanz, gaanz vorsichtig unters Bett schauen. Sie hielt den Atem an, denn sie wollte das Gespenst keinesfalls durch ein unnötiges Geräusch aufwecken und womöglich zum Kampf mit seinem gewetzten Messer herausfordern. Aber das Ausstoßen des eigenen Atems kann ganz schön laut sein. Also hielt sie die Luft an und robbte sich millimeterweise an den Rand des Bettes. Immer darauf bedacht, dass die Bettfedern nicht quietschten. Das war gar nicht so einfach. Deshalb dauerte es auch eine Weile. Außerdem hielt sie das eigene Zittern vom Weiterrobben ab. Denn so ganz hatte Anna ihre Angst noch nicht überwunden. Endlich, endlich kam sie an der Bettkante an. Jetzt musste sie all ihren Mut zusammennehmen und vorsichtig nach unten spähen. Sie kniff die Augen zusammen und steckte ihren Kopf nach unten. Nanu, sie sah ja gar nichts. Ach ja: die Augen – die musste sie jetzt öffnen. Wieder kostete sie das ihren ganzen Mut. Angestrengt starrte sie unter ihr Bett. Da sah sie Mümmel, ihren Zwerghasen. Der war wohl aus seinem Käfig ausgebüxt und hielt es für eine gute Idee, zur Abwechslung mal Gespenst zu spielen! Anna hätte vor lauter Erleichterung ihren Mümmel fast erdrückt. Dann nahm sie ihn und sperrte ihn in seinen Käfig. In dieser Nacht träumte sie von einem flauschigen, weichen Gespenst, das gar nicht unheimlich, oder böse war, sondern sich fügsam von kleinen Mädchen in einen Käfig sperren ließ.


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Donnerstag, 1. September 2011

Nachts kommen keine kleinen schwarzen Monster!

Eine Gute-Nacht-Geschichte für Kinder:


Der alte Mond stand schon seit Stunden hoch am Himmel und sah hinunter auf die Erde. Dort lag in einer großen Stadt, mitten in einem zwölfstöckigen Hochhaus ein kleines Mädchen in seinem Kinderzimmer im Bett. Es war schon spät. Trotzdem konnte es nicht einschlafen.
Es hatte Angst, weil Mama und Papa das Licht ausgeschaltet hatten. Deshalb schlich sich die kleine Lisa aus dem Bett und zog die Rollos hoch. Die waren ziemlich schwer. Mühsam ruckelten sie Stück für Stück ein wenig höher. Als sie im oberen Drittel angekommen waren, fielen die Strahlen des Mondes ins Zimmer. Das reicht, beschloss Lisa und hörte auf zu ziehen.
Neugierig spitzte der Mond in das Fenster. Die kleine Lisa schlüpfte schnell wieder unter ihre Decke und zog diese bis zur Nasenspitze. Sie schlotterte vor Angst.
„Du brauchst doch keine Angst zu haben!“, rief ihr der Mond zu. Doch Lisa hörte ihn nicht. Er war viel zu weit von ihr entfernt. Stattdessen hörte sie das Tosen des Verkehrs, dessen Lärm sie bis in ihr Bett begleitete.
Dieses Rauschen war Lisa gewöhnt. Davor hatte sie keine Angst. Aber sie fürchtete sich vor der Dunkelheit. Wenn die Rollos kein Licht in ihr Zimmer ließen, kamen die kleinen, schwarzen Monster, die sich auf ihre Brust setzten und sie nicht schlafen ließen.
Der Mond wanderte quer durch ihr Zimmer und ließ seine Strahlen direkt in Lisas Gesicht fallen. Da hatte Lisa keine Angst mehr.   Bei so viel Licht mussten die kleinen, schwarzen Monster fliehen. Langsam entspannte sich das Mädchen. Da wurden ihre Augen ganz schwer und sie schlief ein.
Jetzt freute sich der alte Mond! Er setzte seine Nachtmütze auf und legte sich ebenfalls hin. 


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Montag, 28. März 2011

Der Regenwurm

„Hurra, hurra, es regnet wieder!“, murmelte der Regenwurm vor sich hin und badete genussvoll in einer Pfütze. „So ist’s schön.“ Er freute sich. Es gab doch nichts schöneres, als Dauer-Regenwetter.
Das fand auch Eva, die mit ihrer Mutter gerade vom Kindergarten nach Hause kam. Die Mutter öffnete die Autotür, löste die Anschnalle vom Kindersitz und schon quetschte sich Eva an der Mama vorbei nach draußen. Es schüttete. Nussgrosse Tropfen platschten ihr ins Gesicht.
„Eva!“, rief die Mutter. „Komm unter meinen Schirm. Du wirst pitschnass!“
Doch das kümmerte das Mädchen nicht. „Regen ist schön!“, behauptete sie und streckte ihr Gesicht den tief hängenden Wolken entgegen. Sie öffnete den Mund, streckte die Zunge heraus. und schnappte nach den Tropfen. Das war ein lustiges Spiel!
„“Jetzt kommt schon, du wirst ja krank!“, forderte die Mutter, während sie das Auto abschloss.
Widerstrebend schlüpfte Eva unter den Schirm.
Der Regenwurm ließ sich von den Menschen nicht stören. Wenn sie kamen, versteckte er sich schnell in irgendwelchen Ritzen, damit er nicht versehentlich zertrampelt wurde. Doch jetzt war er nicht schnell genug.
Eva platschte in die Pfütze. Ein Schwall dreckiges Wasser traf Mamas Hose. Die girrte„iiiiih!“ und sprang wie ein aufgescheuchter Gockel zur Seite. Der Regenwurm kam in Bedrängnis, weil Evas Schuh seine Schwanzspitze streifte.
„Heh!“, gurgelte er erstickt. „Du bringst mich um.“ Leider hörte ihn Eva nicht. Außerdem verstand sie die Wurmsprache nicht.
Da – im letzten Moment, sah sie den armen Wurm. Schnell trat sie mit ihrem Fuß zurück. „Rasch, wir müssen ins Haus!“ Mama zog Eva von der Pfütze weg.
Da deutete die Tochter auf das Tier. „Schau mal, ein Regenwurm!“
Die Mama verzog angeekelt ihr Gesicht. Auf Würmer stand sie nicht besonders.
„Jetzt komm schon!“, sie schob ihre Tochter vor sich her.
„Dem armen Regenwurm ist bestimmt kalt!“, sorgte sich Eva und machte Einen Satz auf die Pfütze zu. „Ich nehm ihn mit ins Haus!“
Erschrocken sah die Mutter ihre Tochter an. „Das fehlte noch. Nein. Würmer gehören nach draußen. Denen ist auch nicht kalt. Sie leben in der Erde. Da ist es schön warm und sie sind nützlich.“
„Wieso nützlich? Was machen die denn da?“
„Sie lockern die Erde auf. Das ist wichtig, damit die Pflanzen genug Wasser bekommen. Und dann geht es den Pflanzen gut.“
Ganz überzeugt war Eva davon nicht. Sie wollte sich gerade nach dem Regenwurm bücken. Doch der wartete nicht mehr lange, sondern er verschwand ganz schnell im warmen Erdboden!


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